Rechnungssoftware für Architekten: Warum sevDesk und Lexware nicht ausreichen
Wenn Architekten nach Rechnungssoftware suchen, landen sie oft bei bekannten Tools wie sevDesk, Lexware, Billomat oder FastBill. Diese Tools sind populär, günstig und einfach zu bedienen. Für Architekturbüros haben sie aber eine Grenze: Sie bilden HOAI-Logik wie Leistungsphasen oder anrechenbare Kosten nicht ab.
Transparenzhinweis: plansync ist unser eigenes Produkt. Die Angaben zu den anderen Anbietern stammen von deren öffentlichen Websites, Stand: September 2026.
Das Ergebnis: Architekten jonglieren zwischen ihrer Rechnungssoftware, Excel-Tabellen für HOAI-Berechnungen und separaten Tools für die Projektverwaltung. Ein Flickenteppich, der Zeit kostet, Fehler produziert und am Ende Geld verbrennt.
In diesem Artikel zeigen wir, warum Standard-Rechnungssoftware für Architekten nicht funktioniert, welche Alternativen es gibt und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.
Das Problem: Standard-Rechnungssoftware versteht keine HOAI
Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) ist das zentrale Regelwerk für die Abrechnung von Planungsleistungen in Deutschland. Sie definiert:
- Neun Leistungsphasen mit festgelegten prozentualen Anteilen am Gesamthonorar
- Honorarzonen je nach Planungsanforderung (I bis V)
- Anrechenbare Kosten als Basis für die Honorarberechnung
- Besondere Leistungen, die zusätzlich vergütet werden können
Standard-Rechnungssoftware wie sevDesk oder Lexware kennt diese Konzepte nicht. Sie sind für den klassischen Handel oder Dienstleistungen konzipiert: Artikel verkaufen, Stundensätze abrechnen, fertig.
Was Standard-Rechnungssoftware kann
sevDesk, Lexware und Co. bieten:
- Einfache Rechnungserstellung mit Positionen und Beträgen
- Buchhaltungsfunktionen (EÜR, Umsatzsteuervoranmeldung)
- Kundenverwaltung und Mahnwesen
- Banksynchronisation und Zahlungsabgleich
- Angebots- und Auftragsmanagement
Für einen Freelancer, der Stunden abrechnet, oder einen Onlineshop reicht das vollkommen aus.
Was Standard-Rechnungssoftware nicht kann
Für Architekturbüros fehlt jedoch:
| Anforderung | sevDesk/Lexware | Branchensoftware |
|---|---|---|
| HOAI-Honorarrechner | ❌ Nicht vorhanden | ✅ Integriert |
| Leistungsphasen-Abrechnung | ❌ Nur manuelle Positionen | ✅ Automatisch |
| Anrechenbare Kosten (DIN 276) | ❌ Nicht unterstützt | ✅ Integriert |
| Projektzeiterfassung | ❌ Nicht projektbezogen | ✅ Mit LP-Zuordnung |
| Teilrechnungen nach Fortschritt | ❌ Nur manuelle Beträge | ✅ Basierend auf LP |
| Nachtragsmanagement | ❌ Keine Funktion | ✅ Mit Begründung |
| Projektcontrolling | ❌ Nicht vorhanden | ✅ In Echtzeit |
❌ = laut Funktionsübersicht der Anbieter nicht Teil des Funktionsumfangs (Stand: September 2026).
Der Alltag mit Standard-Rechnungssoftware: Ein Praxisbeispiel
Stellen Sie sich folgende Situation vor – so oder ähnlich erleben es viele Architekturbüros:
Das Projekt: Ein Wohnhaus mit anrechenbaren Kosten von 400.000 Euro, Honorarzone III, Leistungsphasen 1-5.
Die Aufgabe: Nach Abschluss der Entwurfsplanung (LPH 3) soll eine Teilrechnung gestellt werden.
Der Workflow mit sevDesk:
- Excel öffnen, HOAI-Tabelle suchen
- Anrechenbare Kosten eingeben, Honorarzone wählen
- Grundhonorar berechnen (laut HOAI-Tabelle ca. 42.000 Euro)
- Prozentsatz für LPH 1-3 berechnen (2% + 7% + 15% = 24%)
- Teilhonorar ausrechnen (ca. 10.100 Euro)
- Abzüglich bereits gestellter Rechnungen
- In sevDesk neue Rechnung anlegen
- Manuell Positionen eingeben: "Architektenleistungen gemäß HOAI, LPH 1-3..."
- Betrag eintragen, hoffen dass kein Rechenfehler passiert ist
- Rechnung versenden, Excel-Tabelle aktualisieren
Zeitaufwand: 30-45 Minuten pro Rechnung
Fehlerquellen:
- Falscher Prozentsatz gewählt
- Vorherige Rechnungen nicht korrekt berücksichtigt
- Excel-Tabelle und Rechnungssoftware nicht synchron
- Keine automatische Nachvollziehbarkeit
Der Workflow mit plansync:
- Projekt öffnen, auf "Rechnung erstellen" klicken
- Leistungsphasen auswählen, die abgerechnet werden sollen
- plansync berechnet automatisch das korrekte Honorar
- Vorherige Rechnungen werden automatisch berücksichtigt
- Rechnung generieren und versenden
Zeitaufwand: 5 Minuten
Die versteckten Kosten von Standard-Rechnungssoftware
Auf den ersten Blick erscheint Standard-Rechnungssoftware günstiger. Doch die Rechnung ist komplizierter – denn der Softwarepreis ist nur ein Teil der Gesamtkosten:
Zeitaufwand für manuelle HOAI-Berechnungen
Bei 10 Rechnungen pro Monat à 30 Minuten Zusatzaufwand:
- 5 Stunden monatlicher Mehraufwand
- Bei einem internen Stundensatz von 60 Euro: 300 Euro "versteckte" Kosten
Fehlerkosten
Ein Rechenfehler bei der HOAI-Berechnung kann teuer werden:
- Zu niedrig abgerechnet: Verschenktes Honorar
- Zu hoch abgerechnet: Reklamationen, Vertrauensverlust, im schlimmsten Fall rechtliche Konsequenzen
Fehlende Projekttransparenz
Ohne integriertes Projektcontrolling fehlt der Überblick:
- Welche Projekte sind profitabel?
- Wo wurde mehr Zeit investiert als kalkuliert?
- Welche Rechnungen sind überfällig?
Diese Informationen in Excel zusammenzutragen kostet zusätzliche Stunden – oder sie fehlen komplett, was zu Fehlentscheidungen führt.
Rechnungssoftware im Vergleich: Was Architekten wirklich brauchen
sevDesk
Stärken:
- Sehr einfache Bedienung
- Günstige Einstiegstarife, auch ein kostenloser Tarif (laut sevdesk.de, Stand: September 2026)
- Gute Buchhaltungsfunktionen
- Viele Integrationen (Banking, Steuerberater)
Schwächen für Architekten:
- Keine HOAI-Unterstützung
- Keine projektbezogene Zeiterfassung
- Kein Leistungsphasen-Konzept
- Kein Projektcontrolling
Fazit: Gut für Buchhaltung und einfache Rechnungen, aber nicht auf HOAI-Abrechnung ausgelegt.
Lexware
Stärken:
- Etablierter Anbieter mit langer Historie
- Umfangreiche Buchhaltungsfunktionen
- Desktop- und Cloud-Versionen verfügbar
- Guter Support
Schwächen für Architekten:
- Keine HOAI-Unterstützung
- Keine projektbezogene Arbeitsweise
Fazit: Solide Buchhaltungslösung, aber keine Unterstützung für branchenspezifische Anforderungen.
Billomat
Stärken:
- Moderne Cloud-Oberfläche
- Einfache Rechnungserstellung
- Automatisierungen möglich
- API für Integrationen
Schwächen für Architekten:
- Keine HOAI-Funktionen
- Keine Projektverwaltung
- Rein auf Rechnungsstellung fokussiert
- Kein Controlling
Fazit: Schlanke Rechnungssoftware für einfache Anwendungsfälle, nicht für Architekturbüros geeignet.
FastBill
Stärken:
- Übersichtliche Oberfläche
- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Automatische Belegerkennung
- Integrierte Buchhaltung
Schwächen für Architekten:
- Keine HOAI-Integration
- Keine Leistungsphasen
- Keine projektbasierte Zeiterfassung
- Kein Controlling
Fazit: Praktisch für Freelancer und kleine Unternehmen, aber nicht für die Komplexität von Architekturprojekten ausgelegt.
plansync – die spezialisierte Alternative
Stärken:
- HOAI-Rechner integriert
- Automatische Leistungsphasen-Abrechnung
- Projektbezogene Zeiterfassung
- Echtzeit-Projektcontrolling
- Von der Kalkulation bis zur Rechnung durchgängig
- Speziell für Architekturbüros entwickelt
- Intuitive Bedienung ohne Schulung
Schwächen:
- Nur Cloud-basiert
- Fokus auf Planungsbüros (nicht für andere Branchen geeignet)
Fazit: Eine passende Wahl für Architekturbüros, die HOAI-Abrechnung, Zeiterfassung und Projektcontrolling in einem System führen wollen.
Überzeugen Sie sich selbst
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Vergleichstabelle: Standard vs. Branchensoftware
| Kriterium | sevDesk | Lexware | Billomat | plansync |
|---|---|---|---|---|
| HOAI-Rechner | ❌ | ❌ | ❌ | ✅ |
| Leistungsphasen | ❌ | ❌ | ❌ | ✅ |
| Anrechenbare Kosten | ❌ | ❌ | ❌ | ✅ |
| Projektcontrolling | ❌ | ❌ | ❌ | ✅ |
| Zeiterfassung | ⚠️ Basis | ⚠️ Basis | ❌ | ✅ Projektbezogen |
| Buchhaltung | ✅ Vollständig | ✅ Vollständig | ✅ Basis | ⚠️ Export |
| Für Architekten | ❌ | ❌ | ❌ | ✅ |
❌ = laut Funktionsübersicht der Anbieter nicht Teil des Funktionsumfangs, ⚠️ = eingeschränkt vorhanden. Stand: September 2026.
Wann reicht Standard-Rechnungssoftware aus?
Fairerweise gibt es Situationen, in denen sevDesk oder Lexware ausreichen können:
Standard-Software kann funktionieren, wenn:
- Sie ausschließlich Pauschalhonorar vereinbaren (keine HOAI-Abrechnung)
- Sie nur wenige Projekte pro Jahr abrechnen
- Sie bereits einen externen HOAI-Rechner nutzen und den Medienbruch akzeptieren
- Ihre Projekte sehr standardisiert sind und immer gleich abgerechnet werden
- Sie einen Steuerberater haben, der die Buchhaltung komplett übernimmt
Spezialisierte Software ist notwendig, wenn:
- Sie regelmäßig nach HOAI abrechnen
- Sie Teilrechnungen nach Leistungsphasen stellen
- Sie die Wirtschaftlichkeit Ihrer Projekte im Blick behalten wollen
- Sie Zeiterfassung mit Projektbezug benötigen
- Sie mehr als 5 Projekte gleichzeitig verwalten
- Sie Nachträge dokumentieren und begründen müssen
Der Umstieg: Von sevDesk zu plansync
Viele Architekturbüros haben bereits eine Standard-Rechnungssoftware im Einsatz. Der Gedanke an einen Wechsel schreckt ab: Datenmigration, neue Einarbeitung, laufende Rechnungen...
So gelingt der Wechsel
Phase 1: Parallelbetrieb (1-2 Monate)
- plansync für neue Projekte nutzen
- Bestehende Projekte in der alten Software abschließen
- Team schrittweise einarbeiten
Phase 2: Vollständiger Umstieg
- Alle neuen Projekte in plansync anlegen
- Offene Projekte migrieren (plansync unterstützt beim Datenimport)
- Alte Software nur noch für Archivzugriff nutzen
Phase 3: Optimierung
- Controlling-Funktionen aktiv nutzen
- Zeiterfassung im Team etablieren
- Prozesse kontinuierlich verbessern
Was Sie mitnehmen können
- Kundenstammdaten lassen sich in der Regel exportieren (CSV)
- Projekthistorie kann dokumentiert und in plansync hinterlegt werden
- Offene Rechnungen werden in der neuen Software weitergeführt
Was Sie nicht brauchen
- Doppelte Datenpflege: Alle relevanten Informationen sind in plansync zentral verfügbar
- Komplizierte Einrichtung: plansync ist sofort einsatzbereit
Checkliste: Die richtige Rechnungssoftware für Ihr Architekturbüro
Nutzen Sie diese Checkliste, um die passende Software zu finden:
HOAI-Anforderungen:
- Unterstützt die Software HOAI 2021?
- Können Leistungsphasen einzeln abgerechnet werden?
- Werden anrechenbare Kosten nach DIN 276 unterstützt?
- Sind Honorarzonen und Umbauzuschläge konfigurierbar?
- Können Nachträge mit Begründung erfasst werden?
Projektverwaltung:
- Sind Projekte mit allen relevanten Daten anlegbar?
- Können mehrere Projekte gleichzeitig verwaltet werden?
- Gibt es eine Projektübersicht mit Statusanzeige?
- Ist eine Ressourcenplanung möglich?
Zeiterfassung:
- Können Zeiten auf Projekte gebucht werden?
- Ist eine Zuordnung zu Leistungsphasen möglich?
- Gibt es eine mobile Erfassung?
- Fließen Zeiten automatisch ins Controlling ein?
Controlling:
- Gibt es Soll-Ist-Vergleiche pro Projekt?
- Ist die Wirtschaftlichkeit pro Leistungsphase sichtbar?
- Gibt es Auswertungen über alle Projekte?
- Werden Prognosen und Forecasts unterstützt?
Usability und Support:
- Ist die Software intuitiv bedienbar?
- Gibt es einen deutschsprachigen Support?
- Ist die Einarbeitung ohne externe Schulung möglich?
- Gibt es regelmäßige Updates?
Fazit: Die richtige Software spart mehr als sie kostet
Standard-Rechnungssoftware wie sevDesk oder Lexware hat ihre Berechtigung – aber nicht für Architekturbüros. Die fehlende HOAI-Unterstützung führt zu manuellen Workarounds, die Zeit kosten und Fehler verursachen.
Eine spezialisierte Lösung wie plansync kostet auf den ersten Blick mehr, spart aber durch:
- Automatisierte HOAI-Berechnung statt Excel-Jonglage
- Durchgängige Prozesse von der Kalkulation bis zur Rechnung
- Projektcontrolling in Echtzeit statt nachträglicher Analyse
- Weniger Fehler durch integrierte Plausibilitätsprüfungen
Die Frage ist nicht, ob Sie sich eine professionelle Lösung leisten können – sondern ob Sie sich den Verzicht darauf leisten können.
Nächste Schritte
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➡️ Lesen Sie unseren HOAI-Leitfaden für Architekten für alle Details zur Honorarabrechnung
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